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4Mrz/12Off

Wer hat das schönste Foto?

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die schönste Aufnahme im ganzen Land?“ In dieser Art rufen etliche Zeitschriften, Fotoportale, Galerien, Baumärkte, Modefirmen und Blogs aller Art Amateurfotografen und Handyknipser auf, ihre Schnappschüsse und Fotografien einzureichen, und locken mit Geldpreisen und Sachpreisen. Ob Otto-Normal-Verbraucher mit seinem gerade neu erworbenen Smartphone mit Kamerafunktion auch wirklich einen der Preise abgreifen kann, sei dahingestellt.

Vermehrt zu beobachten ist auf jeden Fall, dass immer mehr Profifotografen und Marketingprofis sich als Hobby- oder Amateurfotografen ausgeben, ihre Aufnahmen auf den letzten Drücker des laufenden Fotowettbewerbs einreichen, sich die Preise einheimsen, und so den normalen Internetusern gar keine reale Chance einräumen, irgendwann jemals etwas zu gewinnen.

Zwar ist jeder Mensch auf seine Art und Weise kreativ und hat andere Fantasien und Vorstellungen. Wie man aber ein Bild so in Szene setzt, dass es auch genau dem aufgerufenen Thema entspricht und bei der Redaktion bzw. den Usern Begeisterung hervorruft, wissen nur die Profis, die sich tagtäglich im studierten oder gelernten Beruf mit neuen Trends, Designs, Marketing, Journalismus und Fotografen natürlich mit ihrer digitalen Spiegelreflexkamera mit Hightech-Objektiv auseinandersetzen.

Man muss schon ein ziemlich guter Querdenker, Fantast und Individualist sein, um sich gegen solche Profis durchsetzen zu können. Letztendlich gilt es noch die User auszuschalten, die meinen, ihre eigenen Bilder oder die ihrer Freunde dermaßen oft positiv bewerten zu müssen, dass sie in der Bewertungspunktzahl immer an erster Stelle stehen – und seien es noch so langweilige Abbilder ihrer selbst, ihrer vermeintlichen Hobbys, Haustiere oder um die Ecke aufgenommener Landschaften. Fotowettbewerbe werden manipuliert, und letztendlich wird das Internet mit privaten Bildern zugepflastert.

Aber Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters – mal ganz abgesehen von den zunehmend zahlreichen Urheberrechtsverletzungen wie Bilderklau, Textkopien und der Produktpiraterie. Die sogenannte ACTA (engl. Anti-Counterfeiting Trade Agreement, dt. Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen) hat sich zwar zur Aufgabe gemacht, Mindeststandards zur Durchsetzung von Schutzrechten für das geistige Eigentum einzuführen. ACTA-Gegner gehen aber mittlerweile schon demonstrativ auf die Straße, damit ACTA ad acta gelegt wird.

Fakt ist, dass der Fotografenberuf und ernsthafte Journalist enorm auf einem abbrechenden Ast sitzt, weil jeder zu jeder Zeit irgendwas schnell mit seinem Handy, seinem Smartphone oder seiner digitalen Kompaktkamera knipsen kann. Naja, einen Vorteil hat es vielleicht: Die vermeintlichen Hobbyfotografen, die sich die Preise in Fotowettbewerben abgreifen, werden einfach von einer Masse von echten Amateuraufnahmen erdrückt. So hat der eine oder andere Otto-Normal-Knipser vielleicht doch noch eine reale Chance auf einen Gewinn.

veröffentlicht unter: Foto, Hobby & Outdoor Kommentare
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