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24Feb/12Off

Vertikalbegrünung – Vertikale Gärten beleben Fassaden und Wände

Zugegeben, die Idee ist nicht neu: Kletter- und Rankpflanzen an Fassaden gibt es schon seit Menschengedenken. Ob gewollt oder ungewollt. Aus Sicht eines voreingenommenen Betrachters können begrünte Hauswände durchaus heruntergekommen und vernachlässigt wirken. Nach dem Motto: „Wo sich Unkraut breit macht, ist kein Gärtner in der Nähe.“ Naturinteressierte und Pflanzenliebhaber sehen das ganz anders. Grün ist schön. Grün schmückt. Und so kam der findige Landschaftsarchitekt Robert Burle Marx bereits in den 1920er Jahren auf den Gedanken, enge Stadtbebauungen, in denen es an offenen Plätzen, großen Terrassen, sonnigen Balkonen und ebenen Dachflächen mangelt, mit vertikalen Pflanzungen zu dekorieren.
Beachtung fand Marx‘ Anregung zunächst nicht, aber sechs Jahrzehnte später kam dem französischen Botaniker Patrick Blanc Vergleichbares in den Sinn: Blanc betrachtet die herkömmliche Mauerbegrünung mit Efeu, Wein, Blauregen oder kletternden Hortensien als unvollkommen, weil diese Pflanzen nur als Vorhänge über Wände wachsen und sich allenfalls an ihnen festhaften, anstatt auf ihnen zu wachsen. So entwickelte der Gartengestalter eine ziemlich geniale Technik, mit deren Hilfe Bepflanzungen senkrecht an Wänden verankert werden können.
Mittlerweile ist Blancs Pflanzverfahren ausgereift und kann weltweit an/in zahlreichen Gebäuden bewundert werden: Vom Hotel Pershing Hall in Paris über die Drew School in San Francisco bis zum Kaufhaus Dussmann in Berlin-Mitte. Das Prinzip klingt simpel: Ein Metallspalier wird auf einer kahlen Wandfläche befestigt und dient dann selbst als Befestigungselement für PVC-Platten, auf denen eine feuchtigkeitsabsorbierende Filzschicht angebracht wird. Auf dem Filz können die Pflanzen wurzeln. Sie benötigen kein Substrat, um zu gedeihen, sondern ernähren sich von dem Wasser und der Nährstofflösung aus dem Bewässerungssystem. Dieses wird wie ein Raster auf der Wandfläche verlegt und tropft die Flüssigkeit sachte ab, bis sie sich am unteren Ende in einer Art Regenrinne sammelt. So verwandelt sich der vertikale Garten nicht in eine tosende Wasserwand.
Für die senkrechte Bepflanzung eignen sich nur sehr anpassungsfähige und anspruchslose Gewächse wie Moose, Steinbrech, Begonien, Philodendren, Clivia, Kolumneen – um nur Beispiele zu nennen. Als gemeinsame „Green Wall“ dienen sie zur Luftverbesserung und bilden zugleich eine Dämmschicht, die auf Außenwänden großer Gebäude eine Menge Energie und Heizkosten sparen kann.
Viele Gartenratgeber haben die vertikalen Gärten mittlerweile für sich entdeckt und geben Ratschläge, wie man sie in kleinerer und einfacherer Form als Hobbygärtner verwirklichen kann. Man darf gespannt sein, welche Blüten dieser Trend treibt …
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