Exchange Traded Funds, kurz ETFs genannt, erfreuen sich besonders bei den institutionellen Anlegern recht großer Beliebtheit. Was für die “Großen” unter den Kapitalanlegern gut ist – kann da auch der kleine Anleger profitieren?
Zwischen einem Investmentfond, der in vielen Depots der Kleinanleger zu finden ist, und dem in diesem Segment kaum bekannten ETF bestehen grundlegende Unterschiede:
- Der Investmentfond kostet in der Regel einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5 % – beim ETF fallen nur Gebühren wie beim Kauf einer Aktie oder Anleihe an.
- Der Investmentfond ist meist nicht frei handelbar, sondern wird von der ausgebenden Gesellschaft zurückgekauft – wenn sie genügend flüssige Mittel hat. Beim ETF dagegen ist der Verkauf über die Börse jederzeit möglich.
- Die internen Kosten und Gebühren erreichen beim aktiv gemanagten Investmentfond meist eine erhebliche Größenordnung, beim passiv gemanagten ETF dagegen sind sie minimal.
Die Profis bei den Investmentfonds, die das Geld der Anleger in Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffen oder auch noch spekulativeren Derivaten anlegen, wollen verdienen. Daher wird des öfteren gekauft und verkauft, um Kursgewinne zu erzielen. Dafür entstehen dann Kosten und Gebühren, die das Fondsergebnis belasten.
Ein ETF ist zwar auch ein Fond. Er kann sich genau wie der Investmentfond mit Aktien, Anleihen, Indizes oder Rohstoffen befassen. Ihm liegt aber immer ein konkreter Wertpapiermix, beispielsweise der DAX 30, zugrunde. Diesen Index bildet er konkret nach. Da braucht er keine Resercheabteilung, die die richtige Aktie aussucht, und der Kauf- oder Verkaufszeitpunkt richtet sich nur nach dem Geldzu- oder Abfluss. Dadurch fallen weniger Kosten und Gebühren an, und der Anleger erhält einen größeren Anteil an den Erträgen.
Der Anleger muss allerdings gezielt nach ETFs fragen. Bei Kauf oder Verkauf eines ETF verdient die Bank nicht so viel wie beim Investmentfond, den sie deshalb viel lieber anbietet.

