RSS
 

Alles unter medizinischer Kontrolle mit E-Health-Lösungen

23 Jul

E-Health-Lösungen versprechen ein einfaches und effizientes Tele-Monitoring der relevanten Vitaldaten von Bluthochdruck- und Diabetes-Patienten. Die medizinischen Daten werden mithilfe des Handys erfasst und via Mobilfunk an medizinische Plattformen übertragen, um Ärzten und Betreuern einen schnellen Zugriff darauf zu gewährleisten und die Daten zuverlässig analysieren zu können. So ersparen sich Menschen, die an Bluthochdruck oder Diabetes leiden, die meist täglich durchzuführende, aufwendige Notiz der einzelnen Werte. Orange und Alcatel-Lucent haben bereits den Anfang gemacht.

Um aber gerade älteren Menschen diese Technik schmackhaft und vor allem begreiflich zu machen, sollte man erst einmal damit anfangen, die Fachausdrücke zu erklären. Ich versuche mich einmal darin:

Unter „E-Health“ versteht man Anwendungen elektronischer Medien (wie z. B. Internet, Handy u. a.) im Rahmen der medizinischen Versorgung und anderer Gesundheitsdienstleistungen.

Mit „Tele-Monitoring“ meint man ganz allgemein die Fernuntersuchung, Ferndiagnose und Fernüberwachung des Patienten von seinem behandelnden Arzt, wobei „Monitoring“ nicht einfach für Bildschirm steht, sondern ein Übergriff ist für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung (wie z. B. protokollieren, beobachten, überwachen) eines Vorganges oder Prozesses mithilfe technischer Hilfsmittel.

„Handy“ und „Mobilfunk“ und „Plattform“ ist heutzutage durch die Kinder und Enkel zu den älteren Menschen vorgedrungen und nicht mehr unbekannt – wobei natürlich alle Altersklassen von Diabetes oder Bluthochdruck betroffen sein können.

Die Mobilkommunikationsfirma Orange Austria Telecommunication GmbH bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariterbund und Alcatel-Lucent mit ihrem Produkt „healthe“, was ein Jahr lang von 42 Probanden getestet wurde, nun eine solche vollautomatische Aufzeichnung der medizinischen Daten an.

Dieses sog. „healthe Gesundheitspaket“ von Orange kostet zurzeit 10 Euro monatlich und beinhaltet die Nutzung des „healthe Systems“ des Arbeiter-Samariterbundes zur Aufzeichnung der medizinischen Werte sowie die Nutzung des „healthe Handy Clients“, dieser dafür sorgt, dass die Werte zum „healthe System“ übertragen werden. Dabei können maximal 5 Betreuer pro Person festgelegt werden. Das anfallende Datenvolumen, was sich bei der Übertragung ergibt, ist in dem „healthe Gesundheitspaket“ jedoch nicht enthalten (ich nehme an, dass hier davon ausgegangen wird, dass man bereits ein Handy mit Internetzugang besitzt).

Was bei anderen Mobilfunkanbietern unter Flat angepriesen wird, heißt bei Orange einfach „healthe Benachrichtigungspaket“ und wird für 2 Euro monatlich angeboten. In diesem Paket sind alle SMS- und E-Mail-Benachrichtigungen über das „healthe System“ des Arbeiter-Samariterbundes enthalten. Jedoch kann jeder Betreuer nur maximal 5 Benachrichtigungsregeln definieren (ich nehme an, dass das bedeutet, dass jeder Patient nur max. 5 Benachrichtigungen pro Tag an den Betreuer bzw. Arzt übermitteln darf oder kann – aber hierzu fehlen mir die notwendigen Informationen). Und, wie sollte es anders sein, dieses „healthe Benachrichtigungspaket“ ist nur in Kombination mit dem „healthe Gesundheitspaket“ aktivierbar.

Zusätzlich bietet die Firma Orange ein „healthe Blutdruckmessgerät“ und „healthe Blutzuckermessgerät Zubehör“ an.

Und wie gelangen nun diese sog. „Vitaldaten“ – also die medizinischen Werte von Bluthochdruck- und Diabetes-Erkrankten – zum Betreuer bzw. Arzt?

Soll ganz einfach sein:  Sie messen Ihren „Vitalwert“ (Blutdruckwert oder Blutzuckerwert) mithilfe des Messgerätes, übertragen diese Werte drahtlos – gesichert und verschlüsselt – an Ihr Handy und danach an das „healthe System“ des Arbeiter-Samariterbundes. Nun kann Ihr Arzt, Betreuer oder auch Ihre Angehörigen Ihre Vitalwerte einsehen und analysieren bzw. protokollieren. Dabei bestimmen Sie, an wen die Werte gesendet werden, haben die volle Kontrolle über Ihre Daten und können jederzeit den Zugriff wieder sperren. Eine genaue Videoanleitung finden Sie auch auf der Webseite von “healthe” Österreich.

Tja, jetzt fehlt eigentlich „nur“ noch das passende Handy mit Internetzugang.

Es wird sich zeigen, ob diese technische mobile Lösung zukünftig das Leben vor allem der Patienten erleichtern wird und tatsächlich jeder Betreuer, Arzt oder sonstiger Angehöriger so damit umgehen kann, dass auch wirklich eine schnellere und genauere Diagnose im Notfall getroffen werden kann und dem Patienten auch wirklich schneller geholfen werden kann. Ich bin etwas skeptisch, was vor allem die Handhabung dieser ganzen Geräte durch ältere Menschen betrifft. Schließlich wissen zwar alle älteren Menschen, dass es Handys gibt, aber umgehen kann damit schon lange nicht jeder. Ich sehe das ja an meiner Schwiegermutter in spe, ihr fällt schon schwer, ein schnurloses Telefon zu Hause zu bedienen, geschweige denn einen Anrufbeantworter. Und wenn jetzt noch mehrere Geräte dazukommen, die miteinander verbunden werden müssen … man wird sehen.

 

Tags: , , , ,

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

 

Canonical URL by SEO No Duplicate WordPress Plugin