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Archiv für die ‘Gesundheit’ Kategorie

Pflege 2020 – alte Menschen im Visier

06 Aug

Deutsche Menschen werden immer älter. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen ist bereits enorm angestiegen und wird den Statistiken zufolge von Jahr zu Jahr weiter zunehmen. Bis zum Jahr 2020 prognostizieren Experten sogar mit einem Anstieg um ca. 40 Prozent. Wie wird also die Pflege der Zukunft aussehen?

Dieser und weiteren wichtigen Fragen rund um die Pflege alter Menschen ging das Fraunhofer Institut Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) mit ihrem Verbundforschungsprojekt “Pflege 2020” nach. Im Rahmen dieses Projektes entwickelte das Fraunhofer IAO bereits im Jahre 2007 zusammen mit Dienstleistern, Herstellern und Trägern aus dem Health & Care-Sektor richtungsweisende Strategien und Konzepte für eine zukunftsfähige Altenhilfe.

Mit dem Projekt “Pflege 2020″ wurden innovative Lösungen entwickelt. Ein Aspekt ist die Gestaltung des eigenen Heims für Senioren mit gesundheitlichen Einschränkungen und Alterserkrankungen für ein selbstbestimmtes und sicheres Leben: Lichtsysteme, die eine bessere Nachtorientierung versprechen, das Tele-Monitoring überträgt die Vitaldaten an externe Ärzte, Pflegekräfte und/oder Angehörige, “Family TV” stellt den Kontakt zur Familie oder zu Freunden her, und im Allgemeinen sollen die Räume freundlicher, funktionaler, bedürfnisorientiert gestaltet werden. Nebenher entwickelt ein Ernährungscoach für sie individuelle Speisepläne.

Zukünftig werden also wohl ältere Menschen ein möglichst selbstständiges Leben führen dürfen und nicht in Altenheimen herkömmlicher Art und Weise untergebracht. Gleichzeitig werden Pflegekräfte qualitativ hochwertiger ausgebildet, um auf jeden Einzelnen individuell eingehen und entsprechend versorgen zu können. Ganzheitliche Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Versorgern und den Senioren wird also zukünftig im Vordergrund stehen:

- “Senior Customer Profiling“:
Entwicklung von Kundenprofilen für den Altenhilfemarkt der Zukunft

- “Kundenorientierte (Lebens-) Räume und Dienstleistungen“:
Entwicklung eines Innovationskataloges zu kundenorientierten Lebens- und Dienstleistungsumgebungen im vernetzen Altenhilfesektor

- Modellentwicklung “ServiceCare”:
Konkretisierung und Visualisierung des Szenarios »ServiceCare« im Hinblick auf Vernetzungsmodelle, Lebens- und Arbeitsraumgestaltung, Technikgestaltung und Mitarbeiterprofile

- Weiterentwicklung des Showcase “Pflege 2020

Da kann man sich als mit Computer aufgewachsenem Erwachsenen mittleren Alters doch auf das Älterwerden freuen! Interessant wäre auch zu wissen, wann die älteren Herrschaften dann vor die Tür kommen. Denn Bewegung an frischer Luft und Kontakt mit anderen Menschen sowie Unterhaltungsmöglichkeiten ist doch eigentlich das, was Menschen am Leben erhält.

 

Alles unter medizinischer Kontrolle mit E-Health-Lösungen

23 Jul

E-Health-Lösungen versprechen ein einfaches und effizientes Tele-Monitoring der relevanten Vitaldaten von Bluthochdruck- und Diabetes-Patienten. Die medizinischen Daten werden mithilfe des Handys erfasst und via Mobilfunk an medizinische Plattformen übertragen, um Ärzten und Betreuern einen schnellen Zugriff darauf zu gewährleisten und die Daten zuverlässig analysieren zu können. So ersparen sich Menschen, die an Bluthochdruck oder Diabetes leiden, die meist täglich durchzuführende, aufwendige Notiz der einzelnen Werte. Orange und Alcatel-Lucent haben bereits den Anfang gemacht.

Um aber gerade älteren Menschen diese Technik schmackhaft und vor allem begreiflich zu machen, sollte man erst einmal damit anfangen, die Fachausdrücke zu erklären. Ich versuche mich einmal darin:

Unter „E-Health“ versteht man Anwendungen elektronischer Medien (wie z. B. Internet, Handy u. a.) im Rahmen der medizinischen Versorgung und anderer Gesundheitsdienstleistungen.

Mit „Tele-Monitoring“ meint man ganz allgemein die Fernuntersuchung, Ferndiagnose und Fernüberwachung des Patienten von seinem behandelnden Arzt, wobei „Monitoring“ nicht einfach für Bildschirm steht, sondern ein Übergriff ist für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung (wie z. B. protokollieren, beobachten, überwachen) eines Vorganges oder Prozesses mithilfe technischer Hilfsmittel.

„Handy“ und „Mobilfunk“ und „Plattform“ ist heutzutage durch die Kinder und Enkel zu den älteren Menschen vorgedrungen und nicht mehr unbekannt – wobei natürlich alle Altersklassen von Diabetes oder Bluthochdruck betroffen sein können.

Die Mobilkommunikationsfirma Orange Austria Telecommunication GmbH bietet in Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariterbund und Alcatel-Lucent mit ihrem Produkt „healthe“, was ein Jahr lang von 42 Probanden getestet wurde, nun eine solche vollautomatische Aufzeichnung der medizinischen Daten an.

Dieses sog. „healthe Gesundheitspaket“ von Orange kostet zurzeit 10 Euro monatlich und beinhaltet die Nutzung des „healthe Systems“ des Arbeiter-Samariterbundes zur Aufzeichnung der medizinischen Werte sowie die Nutzung des „healthe Handy Clients“, dieser dafür sorgt, dass die Werte zum „healthe System“ übertragen werden. Dabei können maximal 5 Betreuer pro Person festgelegt werden. Das anfallende Datenvolumen, was sich bei der Übertragung ergibt, ist in dem „healthe Gesundheitspaket“ jedoch nicht enthalten (ich nehme an, dass hier davon ausgegangen wird, dass man bereits ein Handy mit Internetzugang besitzt).

Was bei anderen Mobilfunkanbietern unter Flat angepriesen wird, heißt bei Orange einfach „healthe Benachrichtigungspaket“ und wird für 2 Euro monatlich angeboten. In diesem Paket sind alle SMS- und E-Mail-Benachrichtigungen über das „healthe System“ des Arbeiter-Samariterbundes enthalten. Jedoch kann jeder Betreuer nur maximal 5 Benachrichtigungsregeln definieren (ich nehme an, dass das bedeutet, dass jeder Patient nur max. 5 Benachrichtigungen pro Tag an den Betreuer bzw. Arzt übermitteln darf oder kann – aber hierzu fehlen mir die notwendigen Informationen). Und, wie sollte es anders sein, dieses „healthe Benachrichtigungspaket“ ist nur in Kombination mit dem „healthe Gesundheitspaket“ aktivierbar.

Zusätzlich bietet die Firma Orange ein „healthe Blutdruckmessgerät“ und „healthe Blutzuckermessgerät Zubehör“ an.

Und wie gelangen nun diese sog. „Vitaldaten“ – also die medizinischen Werte von Bluthochdruck- und Diabetes-Erkrankten – zum Betreuer bzw. Arzt?

Soll ganz einfach sein:  Sie messen Ihren „Vitalwert“ (Blutdruckwert oder Blutzuckerwert) mithilfe des Messgerätes, übertragen diese Werte drahtlos – gesichert und verschlüsselt – an Ihr Handy und danach an das „healthe System“ des Arbeiter-Samariterbundes. Nun kann Ihr Arzt, Betreuer oder auch Ihre Angehörigen Ihre Vitalwerte einsehen und analysieren bzw. protokollieren. Dabei bestimmen Sie, an wen die Werte gesendet werden, haben die volle Kontrolle über Ihre Daten und können jederzeit den Zugriff wieder sperren. Eine genaue Videoanleitung finden Sie auch auf der Webseite von “healthe” Österreich.

Tja, jetzt fehlt eigentlich „nur“ noch das passende Handy mit Internetzugang.

Es wird sich zeigen, ob diese technische mobile Lösung zukünftig das Leben vor allem der Patienten erleichtern wird und tatsächlich jeder Betreuer, Arzt oder sonstiger Angehöriger so damit umgehen kann, dass auch wirklich eine schnellere und genauere Diagnose im Notfall getroffen werden kann und dem Patienten auch wirklich schneller geholfen werden kann. Ich bin etwas skeptisch, was vor allem die Handhabung dieser ganzen Geräte durch ältere Menschen betrifft. Schließlich wissen zwar alle älteren Menschen, dass es Handys gibt, aber umgehen kann damit schon lange nicht jeder. Ich sehe das ja an meiner Schwiegermutter in spe, ihr fällt schon schwer, ein schnurloses Telefon zu Hause zu bedienen, geschweige denn einen Anrufbeantworter. Und wenn jetzt noch mehrere Geräte dazukommen, die miteinander verbunden werden müssen … man wird sehen.

 
 

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