Auffallend oft hört man in jüngster Zeit den Begriff „Silicium“ im Fernsehen, ob in Fernsehserien, Spielfilmen oder in den Nachrichten. Was hat es damit auf sich? Wer oder was ist dieses Silicium?
Zuerst sollte man wissen, dass Silicium (oder auch Silizium) ein chemisches Element (Si) ist, genauer gesagt ein Halbmetall, weil es sowohl Eigenschaften von Nichtmetallen als auch von Metallen aufweist. Reines (elementares) Silicium hat eine grau-schwarze Farbe und glänzt metallisch.
Was aber hat dieses Silicium, was andere nicht haben, was macht es so besonders, dass es so oft erwähnt wird? Dahin gehend muss man erwähnen, dass jeder menschliche Körper ca. 20 Milligramm Silicium pro Kilogramm Körpergewicht enthält, was bei einem Körpergewicht von 50 kg bereits 1.000 mg sind, was jedoch mit dem Alter abnimmt, was wiederum zu Siliciummangel führen kann. Silicium ist das zweithäufigste chemische Element neben Sauerstoff, was unsere Erde ausmacht. Allein die Erdkruste besteht zu einem Viertel aus Siliciumdioxid. Aber auch Lebewesen wie z. B. Schwämme und Kieselalgen bauen Siliciumdioxid auf. Und Bambuspflanzen-Stängel und Schachtelhalm erhalten durch das inliegende sog. Siliciumdioxid-Gerüst erst die richtige Stabilität.
Nun kann man sich schon ungefähr ausmalen, wie unglaublich vielseitig anwendbar Silicium (lateinisch: Silex, für Feuerstein, Kieselstein) ist. Das blieb der Wissenschaft, Forschung und somit natürlich auch der Bau-, Chemie-, Kfz- und Gesundheitsindustrie nicht verborgen. So wird organisches Silicium zur Verbesserung der Gelenkfähigkeit (z. B. im Leistungssport), gegen Arterienverkalkung, Regenerierung des Bindegewebes (sprich: Erhalt junger Haut) und zur Behandlung von Verbrennungen u. a. Hautbeschwerden eingesetzt.
Silicium kommt aber auch in alltäglichen Lebensmitteln vor. Zwiebeln und rote Rüben enthalten den höchsten Siliciumgehalt sowie die meisten Getreidesorten, wobei diese roh verzehrt werden müssten. Leider wird diese lebenswichtige Substanz durch versprühte Pflanzen- und Insektengifte größtenteils überschattet und gelangt erst gar nicht in die tägliche Nahrungsaufnahme. Daher verbleibt einem nur die Möglichkeit, Silicium in Verbindung mit Vitamin C und Limettensaft ergänzend hinzuzufügen. Bahnbrechende Erfolge verzeichnete auf diesem Gebiet Linus Pauling mit seinem persönlichen Ergänzungsprogramm.
Ganz aktuell ist Silicium aber vor allem in der Autoindustrie zu finden. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach alternativen Antriebsmethoden und der Kaufankurbelung von Elektrofahrzeugen, die der Umwelt nachhaltig zugutekommen sollen, stieß man auf die Erfindung des Nano-Innovators Yi Cui und seinen Mitstreiter und Batterieexperten Robert Huggins vom „Materials Science and Engineering Department“, die gemeinsam Nanodrähte auf Siliciumbasis entwickelten. Herausgekommen sind Siliciumbatterien, die sowohl im Elektroauto wie auch im iPod zum Einsatz kommen.
Den Begriff Silicium wird man also zukünftig noch öfters hören. Man darf gespannt sein, welche Diskussionen und Entwicklungen daraus noch entstehen werden.


